Sonntag, 23. April 2017

Vom Prinzen und seinem Pony

 
Der kleine Prinz bekommt ein riesiges Geburstagsgeschenk
(Die Großmutter spielt übrigens nicht mit,
die sitzt nur zufällig während der Probe da oben im Regal)
... ein Schaukelpferd?! - Wie doof, dabei hatte sich der kleine
Prinz doch ein richtiges, echtes Pony gewünscht!
 
Als der Prinz den Pferden auf der Schloßwiese sein Leid klagt, kommt
Zauberlehrling Günther vorbei - und kann helfen.
Er kennt einen Zauberspruch...
 
... mit dem das Schaukelpferd lebendig wird!
Der Prinz ist glücklich, aber da Günther nur ein Zauberer-Azubi
ist, hält auch sein Zauber nicht sehr lang an. Aus dem Pony wird wieder ein Schaukelpferd und die
königliche Schloßputzfrau hat schon den Sperrmüll bestellt, weil ihr das Schaukelpferd im Weg ist.


Hoffentlich geht das gut aus... !

















Gestern fand die zweite KuhShibai-Vorstellung statt - und war trotzdem wieder eine Premiere: ich habe zum ersten Mal im neuen, größeren Theater* gespielt, für das ich die Papierfiguren aus meinem bestehenden Ensemble verwenden kann. (Bei meiner Nichte habe ich kleinformatiger gearbeitet, was einen gewissen Reiz hat, wenn ein Stück nicht länger als zehn Minuten dauert.)

Neben den ersten, neuen Kulissen und einer kleinen Anpassung der Bühnentechnik für meine Art zu spielen, ist auch ein neues Theaterstück für Kindergeburtstage entstanden, das sich jetzt ganz nach Belieben verändern lässt, was Hauptdarsteller, Lieblingstiere und sonstige Wünsche angeht.

Auf- und Abbau haben in Rekordzeit geklappt, ein weiterer Pluspunkt der neuen, alten Ultraleichtspielweise. Ganz ehrlich: je aufwändiger und größer die eigentliche Hauptbühne wurde, desto mehr hat sie mich schon beim Transport und Aufstellen genervt. Der Tapeziertisch, die Bühnenteile und der große Koffer mit dem Zubehör muß erstmal geschleppt werden. Und dann hier ein Kabel, da eine Lampe, hier ein Haken, da eine Schraube, hier was einhängen, da was festklemmen… alles mit Händen, die vor Lampenfieber schon zittrig genug waren!

Da war es gestern geradezu eine Wohltat, den ganzen Klimbim innerhalb von drei Minuten einsatzbereit zu haben – und nach der Vorstellung war alles ebenso schnell wieder zusammengeräumt und in einer Tasche verschwunden.

So „einfach“ macht mir das Theaterspielen tatsächlich am meisten Spaß. Es hat ja auch nur knapp zehn Jahre (und jede Menge Sperrholz, Farbe, Hirnschmalz und mehr) gebraucht, um das herauszufinden, blättert nur mal im Blog zurück…

* wer sich dafür interessiert, dem empfehle ich einen Klick auf KreaShibai.de

Sonntag, 16. April 2017

Last-minute Ostergruß

Ihr seid zu Ostern eingeladen und wollt nicht mit leeren Händen kommen? - Ruhig bleiben, Finger weg vom Panikschalter: hier kommt aus unserer Abteilung "Papierkram" eine kleine Inspiration.

"in echt" heißen ein paar von uns nicht so... ;)


Nehmt einen leeren Eierkarton und druckt ein paar Ei-Formen (und ein putziges Häschen, ganz nach Belieben) auf stabilem Papier aus.
Die Eier beschriften und bemalen und in den Karton stellen.
Ein paar Blümchen dazu, fertig ist der schnelle Ostergruß.



Samstag, 1. April 2017

Ich präsentiere: KuhShibai



pappcartoon im Kamishibai = KuhShibai

So sieht die neue Bühne aus

Nach der lästigen Krankheitsgeschichte neulich habe ich immer noch Probleme damit, die Arme länger ausgestreckt zu halten, um so Papiertheater spielen zu können, wie ich es bisher gemacht habe.

Außerdem geht es mir zunehmend auf die Nerven, meine sperrige Bühne und die erforderliche Ausrüstungskrempel zu den jeweiligen Spielorten zu bugsieren und dort in mühsamer Kleinarbeit auf- und abzubauen.

Also war ich schon seit einer Weile auf der Suche nach anderen Möglichkeiten. Eine davon ist das japanische Kamishibai.




 

Tante Wiki sagt: Kamishibai (jap. 紙芝居, setzt sich aus den Wörtern kami (, Papier) und shibai (芝居, Schauspiel, Theater) zusammen, übersetzt “der Märchenbilderschaukasten auf der Straße“) und ist ein japanisches Papiertheater. …

 


Und ich wäre nicht Betsi, die bunte Kuh, wenn ich dabei nicht sofort an eine ganz besondere Variante denken würde… das wäre dann also KuhShibai.

Bitte beachten Sie die formschöne Seekuh, links im Bild
Zu ihrem sechsten Geburtstag heute hat sich meine jüngste Nichte ein Theaterstück von mir gewünscht. Da das Wetter aber viel zu schön war, um in der Stube vor der Bühne zu sitzen, habe ich vor ein paar Tagen zum ersten Mal das japanische Klapptheater aufgebaut, das mir eine Freundin vor einer Weile bei einer Diakoniewerkstatt ihrer Gemeinde besorgt hat.


So entstand die erste Geschichte fürs KuhShibai und ich habe der Besonderheit dieser Bühne dahingehend Rechnung getragen, daß auch das Stück anders war als bei meinen gewöhnlichen Papiertheater-Vorstellungen.


Anfang der Woche hatte ich großen Erfolg mit Stabfiguren in XL und einem lustigen Text in Reimform, den ich einfach vorgelesen habe, während meine Assistenten die Figuren hin- und herbewegt haben. Die Versform werde ich beibehalten.


Der Vorteil dieser gespielten Gedichte in der flachen Klappbühne liegt darin, daß ich die Figuren nur einseitig zu produzieren brauche, da sie sich auf der Bühne nicht umdrehen können.


Hinter den Kulissen warten die Nixen und ihre Haustiere
Für Dialoge stehen max. zwei Figuren in der Bühne, während die anderen Figuren vor die Bühne gestellt werden oder an dünnen Fäden davor herumfliegen bzw. „schwimmen“. 


Vorteil zwei: die Bühne ist leicht zu transportieren, in Nullkommanix auf- und abgebaut und entspricht dem, was ich am liebsten mag: viel Text und wenig Schnickschnack.





In den letzten Jahren habe ich mich wirklich bemüht, was Beleuchtung und Bühnentechnik angeht, aber je mehr ich davon hatte, desto mehr ist mir dieses Sammelsurium an Krempel auf die Nerven gegangen.

Die bewundernswerte Perfektion der aufwändigen Produktionen meiner Theaterkollegen in Mering, Wien, Kitzingen und Heringsdorf werde ich nie erreichen, warum also nicht ganz andere, minimalistische Wege beschreiten?

Der dritte Vorteil: KuhShibai kann ich im Bedarfsfall im Sitzen spielen, gemütlich vom Stuhl aus. Gelegentlich eine Figur in die Bühne stellen, das Hintergrundbild wechseln und dafür den eigentlichen Vortrag durch Stimme, Sprache und Mimik lebendig gestalten – ideal für jemanden mit morschen Gelenken und tauben Fingerspitzen. 

Die heutige Premiere mit dem Meerchen von der „Goldfisch-Juli“ war ein voller Erfolg. Sogar meine Mutter war beeindruckt und das will was heißen.


... und alles passt in eine Tasche!
Diese Theaterform wird mein zweites Standbein und wenn es sich gut anlässt, werde ich vielleicht irgendwann ganz wechseln. Ja, dabei sehen die Leute wieder meinen roten Kopf und meine unvermeidlichen Grimassen – aber das ist dann eben so.


Und zum Glück achten die meisten Zuschauer mehr auf das Geschehen in der Bühne und auf die Geschichte, als auf die bunte Kuh hinter den Kulissen. 

In diesem Sinne: Sayonara!

Dienstag, 28. März 2017

... und hier die Fotos


Wo geschnippelt wird, da fallen Fetzen...
Halleluja, wir habens geschafft! Es ging ohne zusätzliches Koffein, meine Hände haben auch so genug gezittert. Das hat mich ein bißchen geärgert, genau wie meine rote Rübe. Ich weiß schon, warum ich mich lieber hinter dem Proszenium verstecke, aber heute ging das eben nicht.

Abgesehen davon hat alles wie am am Schnürchen geklappt – und das, obwohl wir das Stück (eigentlich nur eine Szene; ein "gespieltes Gedicht") vorher nie geprobt haben. Weil ich wusste, wo ich spielen würde und wie viel Platz es da gibt (nämlich keinen), war die Methode, die ich entwickelt habe, genau die richtige.

Noch dazu, wo das Publikum quasi um uns herum saß - wir haben also eine zweidimensionale 360°-Show gegeben. Meine Kommunionkinder hatten alle was zu tun und waren mächtig stolz darauf.

Am meisten hat mich gefreut, daß die Zuschauer unsere Darbietung entsprechend zu würdigen wussten. Wir sind vor pensionierten „Armen Schulschwestern“ aufgetreten, also vor Nonnen von altem Schrot und Korn, die ihr Leben lang als Lehrerinnen gearbeitet haben.

Die alten Schwestern haben oft und viel gelacht und einige von ihnen haben mich nach der Vorstellung um die Arbeitsblätter gebeten, die ich eigentlich für die Kinder vorbereitet hatte – zur Erinnerung.

Jetzt bin ich rechtschaffen k.o., aber auch glücklich und sehr zufrieden.

Ich hab’s noch drauf!

Gott sei Dank.


Kostümprobe am kleinen Modell


... und die fertigen Figuren

die farbenfrohen Messgewänder

Pfarrer Martin in Albe, mit Stola

das erste Modell der "Modenschau"

Sonntag, 26. März 2017

Halleluja...

Pfarrer Martin
... endlich tut sich mal wieder was hier!

Gerade entsteht ein ganz besonderes Theaterstück (in Versen) mit ohne Bühne. Ich baue dafür sehr große Figuren, die von unten an Stäben geführt werden. So können sie während der Vorstellung hochgehalten und einem größeren Publikum gezeigt werden.

Das Stück heißt "Allerhand ums Messgewand - der liturgische Regenbogen".


Pfarrer Martins Mannschaft
Damit unterhalten wir am Dienstag die Kommunionkinder und die Schwestern im Maria-Theresia-Heim. Und auch dieses "wir" ist eine Besonderheit, denn ich werde nicht allein spielen, sondern ein paar Assistenten haben.

Der neue Herr Pfarrer kommt außerdem mit einem Spezialeffekt daher, den ich jetzt natürlich noch nicht verrate...


(Fotos gibt es erst nach der Premiere)





Montag, 16. Januar 2017

Papiertheater - ganz kleines Kino!

Hier im Blog ist nicht viel los, das gebe ich zu. Das kommt daher, daß ich nur dann schreibe, wenn ich etwas Neues habe, das ich dem Rest der Welt präsentieren möchte. Da ich aber in letzter Zeit hauptsächlich alte Sachen überarbeitet habe und sich die Zahl meiner Auftritte in Grenzen hielt, gab es nichts zu erzählen.

Aber jetzt hab ich endlich mal wieder was!
Modellansicht

Ich arbeite gerade an einem ganz besonderen Papiertheater; einem  Bastelbogen, mit dem man sich aus einem einzigen DIN A4-Blatt ein eigenes Kino bauen kann.

der komplette Bastelbogen, es gibt einen Farbfilm!
Der Clou daran: jeder kann seinen eigenen "Lieblingsfilm" abspielen, denn es gibt auch eine Variante zum Selberzeichnen.


Ich selbst arbeite für ein Projekt gerade daran, die gesamte Schöpfung auf einem einzigen Papierstreifen darzustellen. Doch, ja - das geht!

Ganz großes (kleines) Kino...
 
 

Rückansicht des Lichtspieltheaters


Sonntag, 11. Dezember 2016

Fidibella, Karamella

zwei Figuren vom Bastelbogen
.




.. da scharrt schon jemand ungeduldig mit den Hufen,
denn in ein paar Stunden haben die beiden bei einem Kindergeburtstag Premiere.




Weil Prinzessin Fidibella schon so viel Spielzeug hat, daß die königliche Schloßputzfrau mit der Kündigung droht, bekommt sie in diesem Jahr zum Geburtstag ein Einhorn geschenkt. Darüber ist ihr bisheriges Lieblingstier, das Pony Karamella, ziemlich traurig.

Das Einhorn ist wunderschön, aber leider furchtbar eingebildet und reichlich hohl unter der funkelnden Mähne. Darum kann es der Prinzessin auch nicht helfen, als diese vom Zauberer unsichtbar gemacht wird. Der ist nämlich sauer, weil er barfuß auf einen LEGO-Stein gelatscht ist, den die Prinzessin nicht aufgeräumt hat, und will ihr eine Lektion erteilen: er will weder sie, noch ihr Spielzeug sehen.

Szenenfoto mit königlicher Putzfrau
Unsichtbar irrt die Prinzessin durch die Gegend, und nur das tapfere Pony spürt, daß seine Freundin in Gefahr ist. Es folgt eine Rettungsmission... und nachdem das blöde Einhorn ein hübsches Plätzchen im königlichen Tierpark gefunden hat, wo es sich den ganzen Tag beim Rumfunkeln bewundern lassen kann, erkennt die Prinzessin, daß es nicht auf das Äußere ankommt und feiert dann einen schönen Geburtstag mit ihrem Pony.
Und weil ihm das Partyhütchen bei der Feier auf die Stirn rutscht, wird es doch noch ein Einhorn...

Mittwoch, 16. November 2016

Nach der Show ist vor der Show



16.11.16, nachmittags (Oh, was für ein hübsches Datum!)
Wenn mich jemand mit einem Wattebällchen umhauen möchte: jetzt wäre eine ideale Gelegenheit dafür, denn ich kann kaum noch stehen. Aber ich bin auch stolz und sehr glücklich, denn der heutige Tag hat mir gezeigt, daß ich es noch bzw. wieder kann.

Yesss! - Ich habs voll drauf, einen Raum voller Kinder zu bespaßen – sei es mit meinem Papiertheater oder wie heute, mit meinen Bastelangeboten beim „Chaoskindertag“ (was im Prinzip auch sehr viel Papierkram beinhaltet).

Zunächst bin ich dem Konzept skeptisch gegenüber gestanden, denn allein schon der neue Name dessen, was ich bisher als „Kinderbibeltag“ kannte, klang recht unruhig. Aber siehe da: genau das Gegenteil war der Fall!

Es gab im Prinzip drei Themenbereiche und auf diese Weise konnten die Kinder genau das tun, was sie wollten. Die lebhaften waren in einem Raum beim Toben und Rumfetzen, die extrovertierten waren in einem anderen Raum beim Theaterspielen – und der Rest war bei mir und hat in Ruhe gemalt und gebastelt. Ich hatte keine gelangweilten Querschläger dazwischen, die eigentlich lieber Fußball spielen wollten als eine Pyramide aus Papier zu bauen oder Lehmziegel mit Hieroglyphen zu bemalen.

Wenn doch so ein besonders munteres Kindlein vorbeikam, war es entweder schon müde getobt und darum dankbar dafür, eine Weile sitzen und irgendwas ausmalen oder –schneiden zu können. Oder es hat sich, wenn ihm das zu langweilig wurde, nach nebenan zum Remmidemmi verkrümelt, ohne die anderen großartig zu nerven.

Und da es dieses Mal nicht nach Alter und Schulklassen ging, waren zwar viele „Kleine“ da, aber die „Großen“ haben ihnen ganz selbstverständlich geholfen, wenn irgendeine Schnippelei oder die Montage der fertigen Teile etwas zu schwierig für sie war.

Ich hatte den Eindruck, daß es allen Kindern sehr viel Spaß gemacht hat und einige von ihnen werden heute Nachmittag zuhause weiterbasteln an Moses und seinen Freunden und einem Diorama im Schuhkarton.

Für mich war es trotzdem recht anstrengend, da ich immer noch nicht so fit bin wie früher, doch das war heuer der entspannteste Buß- und Bettag, den ich als Ehrenamtliche mitgestalten durfte. Und das war der fünfte, ich weiß also, wovon ich rede.

Und weil er mir so gut gefallen hat, werde ich die Pfarrerin fragen, ob sie für den nächsten „Chaoskindertag“ wieder eine Bastelstation haben möchte.

Außerdem überlege ich ernsthaft, dieses Angebot zusätzlich in mein Programm aufzunehmen: ich komme zur Feier, spiele den Kindern ein Theaterstück vor und bastle anschließend mit ihnen irgendwas zum Thema passendes aus Papier.

Ein Frau-Holle-Mobile, eine Miniaturbühne, Ankleidepuppen, Windlichter – mein Sortiment an Papierkram ist groß und wächst seit Jahren quasi mit jeder Aufführung.

Ich muß noch ein bißchen daran rumhirnen, aber die Chanchen dafür stehen gut.

 
Impressionen der Stationen


Nachtrag: ... und justament vorhin kam ein Auftrag für einen Kindergeburtstag rein, der nach einem neuen Stück verlangt. Höchste Zeit, das Einhorn aus dem Stall zu holen!