Dienstag, 27. Juni 2017

Reklame!

Ihr erinnert euch an meine formschöne Flyerbox, die ich neben mein ebenso formschönes Reklameschild am Zaun gehängt habe, damit die Leute, die zum Spielplatz an der Ecke gehen, etwas zum Mitnehmen haben?

Heute hab ich endlich neue Flyer gemacht und in die Box gepackt, denn es geht aufwärts und ich kann (und muß!) wieder unter Leute kommen.


Also gibt es heute mal Werbung in eigener Sache.








So siehts jetzt aus. Doppelseitig auf A5 mit allen wichtigen Daten zum Theater.


Tri-tra-trullala... ruft den Kaschperl an!



Montag, 26. Juni 2017

Neulich, im Dschungel

Am Wochenende hatte ich die Ehre und das Vergnügen, beim Geburtstag einer kleinen Prinzessin aufzutreten. Wegen der hohen Temperaturen gab es eine OpenAir-Vorführung, die ich zwar nicht sehr schätze, weil ich dabei sehr laut schreien muß, um gut verstanden zu werden - und weil der Wind ein Feind von Papierfiguren, -Kulissen und -Requisiten ist.

... das ist nur ein Platzhalterfoto aus dem Theaterkeller;
vielleicht bekomme ich noch ein paar
bessere Bilder von der eigentlichen Vorstellung


Zum Glück konnte ich ein Kind aus dem Publikum zum Assistenten ernennen, das immer wieder eingesprungen ist, wenn der "Kannibalenkochtopf" (der eigentlich gar keiner war) umgefallen ist.


Das Stück war vom Sommer 2010 und ein Teil der Darsteller ebenfalls. Mittelneu war das Schaufenster-Proszenium, das dem Wind dankenswerterweise getrotzt hat. Es hat schon was Gutes, die massive Holzbauweise.

Wenn ich da an die Experimente mit dem Samtvorhang denke, hinter dem ich mich früher "versteckt" habe...
Suchbild von 2012: irgendwo hinter dem Flatterfummel
steht die Direktorin des Theaters ♫





die neue "Schaufenster"-Bühne im Hof
Neu und alt war die Tatsache, daß ich auf zusätzliche Licht- und Soundeffekte (wieder) verzichte. Ich habe eine Glocke, mit der ich bimmeln kann, wenns losgeht und ich habe eine laute Stimme.


Also belle ich und quietsche ich und knurre ich und zur Not kann ich sogar rülpsen (kommt immer sehr gut an, wenn z.B. der böse Wolf die Großmutter verschlungen hat).


Diese schlichte, einfache Spielweise liegt mir einfach am besten, auch wenn ich nach wie vor immer schwer beeindruckt davon bin, was meine Kollegen auf die Bühnen bringen.
Da liegen Welten dazwischen - und doch ist beides "nur" Papiertheater.

Sonntag, 11. Juni 2017

Zurück in die Antike

Gerade arbeite ich an einem neuen Projekt, bei dem ich mich mitsamt dem Theater in die Antike begebe. Aus mir wird dann Hiemis, die Mercata fabulae - die Märchenhändlerin, die im Forum sitzt und das Publikum mit einer kleinen Bühne und heiteren Geschichten unterhält.


Natürlich spielen in einem antiken Theater keine bunt mit Filzstift bemalten Figuren aus Papier mit, sondern welche aus Holz und Papyrus und darum wird aus pappcartoon auch kurzerhand das "Theatrum Porta lignea" - das hölzerne Tor, durch das man eine Geschichte sehen kann.


Das Repertoire wird ebenfalls entsprechend erweitert, ich plane zunächst ein Stück aus der griechischen Mythologie. Das wird den römischen Kindern gefallen und mir ein paar Sesterzen einbringen.


Das alles nimmt in meinem Theaterkeller langsam Gestalt an. Sehr langsam. Zum Glück hab ich noch ein bißchen Zeit dafür, denn ich plane die Premiere für das Frühjahr 2018.


Aber Reklame kann man nie früh genug machen und darum hab ich mir jetzt schon in der Avatarmanufaktur ein entsprechendes Avatar auf den Leib gezeichnet... Salve!


Hiemis, Mercata fabulae (KuhSinchen #156)



Montag, 29. Mai 2017

Vorhin, hinterm Vorhang...

(ein kleines, leicht angestaubtes Theater am Stadtrand - alle Darsteller dösen gemütlich hinter den Kulissen, als die Direktorin des Ensembles plötzlich die schweren Samtvorhänge aufreißt)

bunte_Kuh (munter)Obacht, Herrschaften: gerade ist ein Auftrag reingekommen von jemandem, der uns 2012 hat spielen sehen. Das wird ein schönes Projekt und eine gute Reklame. Ich glaube, wir sollten mal den Schaukasten neu gestalten und die Flyer überarbeiten.


Kaschperl (mault) Aber ich will fei ned wieder alles ausmaln müssn, die wern dieses Mal bitte gleich in bunt aus'druckt! Und faltn kanns der Seppel dann, weil ich hab mich so an der Papierkantn gschnittn beim letztn Mal, wo mir die Reklamezettln gmacht ham...


Großmutter (eifirig) Ich hab da so ein schönes Stempelset und 3D-Grußkartenmotive zum Aufpappen ausm Homeschoppingkanal, soll ich da ein bißl was verziern?


Gretel (genervt) Bloß nicht, sonst kriegen die Leute Augenbluten mit dem kitschigen Ramsch. Kätzchen und Blümchen und Borten - das geht gar nicht!


Großmutter (angesäuert) Du hast mich doch auf die Grußkartenbastelei gebracht und mir das Starterset geschenkt, Gretel! Also tu doch nicht so... das sind wirklich ganz wunderschöne Kreationen, die man da basteln und gestalten kann. Sogar mit Glitzer!


Kaschperl Naa, bitte ned mit Glitzer! Ich hab grad erst die letztn Reste von Weihnachtn aus meim Kostüm raus'bracht!


(während die drei Figuren munter weiter streiten, überlegen wir uns erstmal einen schmissigen Werbetext)

Sonntag, 23. April 2017

Vom Prinzen und seinem Pony

 
Der kleine Prinz bekommt ein riesiges Geburstagsgeschenk
(Die Großmutter spielt übrigens nicht mit,
die sitzt nur zufällig während der Probe da oben im Regal)
... ein Schaukelpferd?! - Wie doof, dabei hatte sich der kleine
Prinz doch ein richtiges, echtes Pony gewünscht!
 
Als der Prinz den Pferden auf der Schloßwiese sein Leid klagt, kommt
Zauberlehrling Günther vorbei - und kann helfen.
Er kennt einen Zauberspruch...
 
... mit dem das Schaukelpferd lebendig wird!
Der Prinz ist glücklich, aber da Günther nur ein Zauberer-Azubi
ist, hält auch sein Zauber nicht sehr lang an. Aus dem Pony wird wieder ein Schaukelpferd und die
königliche Schloßputzfrau hat schon den Sperrmüll bestellt, weil ihr das Schaukelpferd im Weg ist.


Hoffentlich geht das gut aus... !

















Gestern fand die zweite KuhShibai-Vorstellung statt - und war trotzdem wieder eine Premiere: ich habe zum ersten Mal im neuen, größeren Theater* gespielt, für das ich die Papierfiguren aus meinem bestehenden Ensemble verwenden kann. (Bei meiner Nichte habe ich kleinformatiger gearbeitet, was einen gewissen Reiz hat, wenn ein Stück nicht länger als zehn Minuten dauert.)

Neben den ersten, neuen Kulissen und einer kleinen Anpassung der Bühnentechnik für meine Art zu spielen, ist auch ein neues Theaterstück für Kindergeburtstage entstanden, das sich jetzt ganz nach Belieben verändern lässt, was Hauptdarsteller, Lieblingstiere und sonstige Wünsche angeht.

Auf- und Abbau haben in Rekordzeit geklappt, ein weiterer Pluspunkt der neuen, alten Ultraleichtspielweise. Ganz ehrlich: je aufwändiger und größer die eigentliche Hauptbühne wurde, desto mehr hat sie mich schon beim Transport und Aufstellen genervt. Der Tapeziertisch, die Bühnenteile und der große Koffer mit dem Zubehör muß erstmal geschleppt werden. Und dann hier ein Kabel, da eine Lampe, hier ein Haken, da eine Schraube, hier was einhängen, da was festklemmen… alles mit Händen, die vor Lampenfieber schon zittrig genug waren!

Da war es gestern geradezu eine Wohltat, den ganzen Klimbim innerhalb von drei Minuten einsatzbereit zu haben – und nach der Vorstellung war alles ebenso schnell wieder zusammengeräumt und in einer Tasche verschwunden.

So „einfach“ macht mir das Theaterspielen tatsächlich am meisten Spaß. Es hat ja auch nur knapp zehn Jahre (und jede Menge Sperrholz, Farbe, Hirnschmalz und mehr) gebraucht, um das herauszufinden, blättert nur mal im Blog zurück…

* wer sich dafür interessiert, dem empfehle ich einen Klick auf KreaShibai.de

Sonntag, 16. April 2017

Last-minute Ostergruß

Ihr seid zu Ostern eingeladen und wollt nicht mit leeren Händen kommen? - Ruhig bleiben, Finger weg vom Panikschalter: hier kommt aus unserer Abteilung "Papierkram" eine kleine Inspiration.

"in echt" heißen ein paar von uns nicht so... ;)


Nehmt einen leeren Eierkarton und druckt ein paar Ei-Formen (und ein putziges Häschen, ganz nach Belieben) auf stabilem Papier aus.
Die Eier beschriften und bemalen und in den Karton stellen.
Ein paar Blümchen dazu, fertig ist der schnelle Ostergruß.



Samstag, 1. April 2017

Ich präsentiere: KuhShibai



pappcartoon im Kamishibai = KuhShibai

So sieht die neue Bühne aus

Nach der lästigen Krankheitsgeschichte neulich habe ich immer noch Probleme damit, die Arme länger ausgestreckt zu halten, um so Papiertheater spielen zu können, wie ich es bisher gemacht habe.

Außerdem geht es mir zunehmend auf die Nerven, meine sperrige Bühne und die erforderliche Ausrüstungskrempel zu den jeweiligen Spielorten zu bugsieren und dort in mühsamer Kleinarbeit auf- und abzubauen.

Also war ich schon seit einer Weile auf der Suche nach anderen Möglichkeiten. Eine davon ist das japanische Kamishibai.




 

Tante Wiki sagt: Kamishibai (jap. 紙芝居, setzt sich aus den Wörtern kami (, Papier) und shibai (芝居, Schauspiel, Theater) zusammen, übersetzt “der Märchenbilderschaukasten auf der Straße“) und ist ein japanisches Papiertheater. …

 


Und ich wäre nicht Betsi, die bunte Kuh, wenn ich dabei nicht sofort an eine ganz besondere Variante denken würde… das wäre dann also KuhShibai.

Bitte beachten Sie die formschöne Seekuh, links im Bild
Zu ihrem sechsten Geburtstag heute hat sich meine jüngste Nichte ein Theaterstück von mir gewünscht. Da das Wetter aber viel zu schön war, um in der Stube vor der Bühne zu sitzen, habe ich vor ein paar Tagen zum ersten Mal das japanische Klapptheater aufgebaut, das mir eine Freundin vor einer Weile bei einer Diakoniewerkstatt ihrer Gemeinde besorgt hat.


So entstand die erste Geschichte fürs KuhShibai und ich habe der Besonderheit dieser Bühne dahingehend Rechnung getragen, daß auch das Stück anders war als bei meinen gewöhnlichen Papiertheater-Vorstellungen.


Anfang der Woche hatte ich großen Erfolg mit Stabfiguren in XL und einem lustigen Text in Reimform, den ich einfach vorgelesen habe, während meine Assistenten die Figuren hin- und herbewegt haben. Die Versform werde ich beibehalten.


Der Vorteil dieser gespielten Gedichte in der flachen Klappbühne liegt darin, daß ich die Figuren nur einseitig zu produzieren brauche, da sie sich auf der Bühne nicht umdrehen können.


Hinter den Kulissen warten die Nixen und ihre Haustiere
Für Dialoge stehen max. zwei Figuren in der Bühne, während die anderen Figuren vor die Bühne gestellt werden oder an dünnen Fäden davor herumfliegen bzw. „schwimmen“. 


Vorteil zwei: die Bühne ist leicht zu transportieren, in Nullkommanix auf- und abgebaut und entspricht dem, was ich am liebsten mag: viel Text und wenig Schnickschnack.





In den letzten Jahren habe ich mich wirklich bemüht, was Beleuchtung und Bühnentechnik angeht, aber je mehr ich davon hatte, desto mehr ist mir dieses Sammelsurium an Krempel auf die Nerven gegangen.

Die bewundernswerte Perfektion der aufwändigen Produktionen meiner Theaterkollegen in Mering, Wien, Kitzingen und Heringsdorf werde ich nie erreichen, warum also nicht ganz andere, minimalistische Wege beschreiten?

Der dritte Vorteil: KuhShibai kann ich im Bedarfsfall im Sitzen spielen, gemütlich vom Stuhl aus. Gelegentlich eine Figur in die Bühne stellen, das Hintergrundbild wechseln und dafür den eigentlichen Vortrag durch Stimme, Sprache und Mimik lebendig gestalten – ideal für jemanden mit morschen Gelenken und tauben Fingerspitzen. 

Die heutige Premiere mit dem Meerchen von der „Goldfisch-Juli“ war ein voller Erfolg. Sogar meine Mutter war beeindruckt und das will was heißen.


... und alles passt in eine Tasche!
Diese Theaterform wird mein zweites Standbein und wenn es sich gut anlässt, werde ich vielleicht irgendwann ganz wechseln. Ja, dabei sehen die Leute wieder meinen roten Kopf und meine unvermeidlichen Grimassen – aber das ist dann eben so.


Und zum Glück achten die meisten Zuschauer mehr auf das Geschehen in der Bühne und auf die Geschichte, als auf die bunte Kuh hinter den Kulissen. 

In diesem Sinne: Sayonara!

Dienstag, 28. März 2017

... und hier die Fotos


Wo geschnippelt wird, da fallen Fetzen...
Halleluja, wir habens geschafft! Es ging ohne zusätzliches Koffein, meine Hände haben auch so genug gezittert. Das hat mich ein bißchen geärgert, genau wie meine rote Rübe. Ich weiß schon, warum ich mich lieber hinter dem Proszenium verstecke, aber heute ging das eben nicht.

Abgesehen davon hat alles wie am am Schnürchen geklappt – und das, obwohl wir das Stück (eigentlich nur eine Szene; ein "gespieltes Gedicht") vorher nie geprobt haben. Weil ich wusste, wo ich spielen würde und wie viel Platz es da gibt (nämlich keinen), war die Methode, die ich entwickelt habe, genau die richtige.

Noch dazu, wo das Publikum quasi um uns herum saß - wir haben also eine zweidimensionale 360°-Show gegeben. Meine Kommunionkinder hatten alle was zu tun und waren mächtig stolz darauf.

Am meisten hat mich gefreut, daß die Zuschauer unsere Darbietung entsprechend zu würdigen wussten. Wir sind vor pensionierten „Armen Schulschwestern“ aufgetreten, also vor Nonnen von altem Schrot und Korn, die ihr Leben lang als Lehrerinnen gearbeitet haben.

Die alten Schwestern haben oft und viel gelacht und einige von ihnen haben mich nach der Vorstellung um die Arbeitsblätter gebeten, die ich eigentlich für die Kinder vorbereitet hatte – zur Erinnerung.

Jetzt bin ich rechtschaffen k.o., aber auch glücklich und sehr zufrieden.

Ich hab’s noch drauf!

Gott sei Dank.


Kostümprobe am kleinen Modell


... und die fertigen Figuren

die farbenfrohen Messgewänder

Pfarrer Martin in Albe, mit Stola

das erste Modell der "Modenschau"